Reiseführer Erzgebirge Vogtland

Sehenswürdigkeiten in Chemnitz

 

Chemnitz (246.000Ew.), zu DDR-Zeiten das hässliche Entlein Sachsens, hat sich zu einer lebendigen, hellen und modernen Großstadt gewandelt, in der es rund ums Jahr viel zu erleben gibt.

Beeindruckend wurden Tradition und Moderne zu einem facettenreichen Ganzen verschmolzen. Unübersehbar ist die reiche industrielle Vergangenheit von Chemnitz – der Wiege des deutschen Maschinen- und Fahrzeugbaus –, die imposante Bauten der Industriearchitektur hinterlassen hat. Geschickt hat man es verstanden, die Gebäude, viele davon entlang der Zwickauer Straße, in die Kunst- und Kulturszene einzubeziehen. Daneben stehen supermoderne Bauten wie die Shoppingmeile Galerie Roter Turm mit ihrer filigranen Terrakottafassade und das voll verglaste Galeria-Kaufhaus, die von den Architekten Hans Kollhoff und Helmut Jahn stammen. Das meistfotografierte Motiv jedoch ist der monumentale Karl-Marx-Kopf des Russen Lew Kerbel in der Brückenstraße – die bronzene Erinnerung an die Zeit von 1953 bis 1990, als die Stadt den Namen Karl Marx’ trug.

Wer nach dem Sightseeing pflastermüde geworden ist, hat reichlich Möglichkeiten zum Erholen: Mehr als ein Drittel der Stadt besteht aus Wäldern, Parks und Grünanlagen, sodass auf jeden Einwohner 150 m2 Grün kommen.


Inhaltsverzeichnis


Top Sehenswürdigkeiten in Chemnitz


Kassberg

Wer sich für Architektur und insbesondere für Jugendstil interessiert, dem sei ein Spaziergang durch das repräsentativste Wohnquartier von Chemnitz empfohlen. Der Kaßberg gleicht einem Freilichtmuseum, er gilt als eines der größten und reizvollsten Jugendstil- und Gründerzeitviertel Europas. Rund 600 prachtvolle, zum großen Teil denkmalgeschützte Bauwerke erfreuen mit ihrer Farben- und Formenvielfalt das Auge. Die meisten Gebäude sind zwischen 1870 und 1930 entstanden. Sie sind in einer Karreestruktur an alleeartigen Straßenzügen angeordnet, begrünte Stadtplätze vervollständigen das Ensemble.



Museum Gunzenhauser

Chemnitz beherbergt seit 2007 eine der umfangreichsten Sammlungen der klassischen Moderne, für die der Kunstliebhaber und Galerist Alfred Gunzenhauser mehr als 2400 Werke von 270 Künstlern stiftete. Sie wird auf mehr als 100 Mio. Euro geschätzt. Herzstück des Hauses sind 278 Arbeiten von Otto Dix (1891–1969), darunter frühe Gemälde, Aquarelle und Gouachen, große Landschaften sowie das lithografische Spätwerk des Malers.

Di–So 11–18 Uhr | Falkeplatz/Stollberger Str. 2 | www.kunstsammlungen-chemnitz.de

Sächsisches Industriemuseum

Sächsisches Industriemuseum

Eindrucksvolle Apparate, historische Automobile, Strick- und Webmaschinen: Ein buntes Kaleidoskop der reichen Industriegeschichte der Region ist in der ehemaligen Gießerei Eschler zu erleben. Viele der Exponate werden auch vorgeführt (10.30–16.30 Uhr).

Mo–Fr 9–17, Sa, So 10–17 Uhr | Zwickauer Str. 119 | www.saechsisches-industriemuseum.com



Schaubergwerk Felsendome Rabenstein

Beeindruckend sind domartige Weitungen, die beim Kalksteinabbau von 1375 bis 1908 entstanden. Im Domsaal fasziniert die hervorragende Akustik, ein Musikstück gehört zum Führungsprogramm. Mutige wagen sich zum Höhlentauchen in das kalte Wasser

(Anmeldung: Tauchschule Sachsenluft | Tel. 0371 517272). Führungen stdl. 10–17 Uhr | Weg nach dem Kalkwerk 4 | www.felsendome.de



Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz 

Zu jeder vollen Stunde schwebt ein plastisches Landschaftsmodell Sachsens durch alle drei Etagen der Dauerausstellung und zeigt in einer Show die sich im Lauf der Jahrtausende verändernde Landschaft. Das kinetische Landschaftsmodell gehört zum neuen Archäologiemuseum Sachsen. Anhand von rund 6200 Exponaten wird die Entwicklung Sachsens von der Zeit der Jäger und Sammler bis zur frühen Phase der Industrialisierung modern und spannend präsentiert. Sonderausstellungen ergänzen die Schau.

Di–So 10–18, Do bis 20 Uhr | Stefan-Heym-Platz 1 | www.smac.sachsen.de

Villa Esche

Villa Esche

Die von dem Belgier Henry van de Velde 1902 entworfene Villa gilt als Baudenkmal von europäischem Rang. Sie beherbergt das erste Van-de-Velde-Museum in Deutschland und dient außerdem als Kommunikationsstätte. Eine originale Möblierung ist noch weitgehend im Speisezimmer und im Musiksalon vorhanden, sie vermittelt etwas vom ursprünglichen Charakter der gestalteten Lebensräume van de Veldes.

Mi, Fr–So 10–18 Uhr | Parkstr. 58 | www.villaesche.de


Top Bewertungen

in Chemnitz


Chemnitz am Abend


Im Opernhaus (Theaterplatz 2 | www.theater-chemnitz.de) stehen auch Operette und Musical auf dem Spielplan. Das Schauspielhaus befindet sich am Park der Opfer des Faschismus.

Im Gewölbe der Markthalle spielt das Chemnitzer Kabarett (www.das-chemnitzer-kabarett.de).

„Weltecho“ heißt ein Projekt, das sich der zeitgenössischen Kultur- und Kunstszene widmet. Konzerte und Partys, Performances, Filme und Improvisationstheater finden im Haus Kammer der Technik (Annaberger Str. 24 | Tel. 0371 36 46 91 | www.weltecho.eu) statt.


Einkaufen in Chemnitz


Durch eine geschickte architektonische Verbindung von Historischem und Neuem entstand eine Einkaufsmeile mit Galerien, Kaufhäusern und Boutiquen. Auf drei Ebenen shoppen und bummeln können Sie in der Galerie Roter Turm (Neumarkt 2 | www.galerie-roter-turm.de), große Marken sind ebenso vertreten wie Boutiquen, Restaurants und ein Kino.


Touren im Erzgebirge


Das Erzgebirge perfekt im Überblick

Bergwerke und erzgebirgische Volkskunst, sanfte und schroffe Höhenzüge, liebliche Täler, Musikinstrumente und Thermalwasser: Entdecken Sie auf dieser mehrtätigen Tour die Vielfalt von Erzgebirge und Vogtland.
 

START:

Chemnitz

ZIEL:

Zwickau

Dauer:

7 Tage, reine Fahrtzeit: 13,5 Stunden

Strecke:

460 km

Kosten:

Benzin, Übernachten, Essen u. Trinken 500 Euro, Eintritte 90 Euro, Soletherme 27,50 Euro, Bobfahrt 50 Euro (im Winter 85 Euro),
Basteln 10,50 Euro, Schwebebahn 9 Euro, Drahtseilbahn 5 Euro pro Person

Mitnehmen:

Bequeme Schuhe, Badezeug, warme Jacke (Bobfahrt)

Achtung:

Abfahrt Drahtseilbahn Schloss Augustusburg alle 20 Min. (Di–Fr ab 9.20, Sa/So ab 9, Mo ab 13.20 Uhr

Ein guter Startpunkt für die Tour ist 1 Chemnitz. Die lebendige Großstadt beeindruckt u. a. mit dem smac, dem Staatlichen Museum für Archäologie. Rund 6200 Exponate lassen Sachsens Geschichte lebendig werden. 500 m entfernt verführt die Galerie Roter Turm zum Shoppen – etwa 60 Geschäfte haben auf drei Etagen ihre Türen geöffnet. Vor den Toren von Chemnitz erwartet Sie mit 2 Schloss Lichtenwalde ein wahres Schmuckstück. Die „Schatzkammer“ genannte Ausstellung präsentiert Kunstobjekte aus der ganzen Welt, durchstreifen Sie auch die wunderschön wiederhergestellte Parkanlage. Gleich nebenan hält das Hotel am Schlosspark nette Zimmer bereit.   

Erstes Ziel heute ist 3 Schloss Augustusburg. Die 168 m Höhenunterschied zur Schlossanlage lassen sich vom Bahnhof Erdmannsdorf bequem mit der Drahtseilbahn bewältigen. Leider nur 8 Minuten dauert das Fahrerlebnis auf der 1240 m langen Strecke. Weiter geht es in die Bergstadt 4 Freiberg. In der Ausstellung Terra Mineralia im Schloss Freudenstein erstrahlen farbenprächtige Steine und Mineralien, Zum Besichtigungs-Muss gehört der Dom, ein Bauwerk von europäischem Rang mit der romanischen „Goldenen Pforte“ und zwei Orgeln von Gottfried Silbermann. Mitten in der Altstadt übernachten Sie im Hotel Kreller.   

Wer mehr über den bedeutenden sächsischen Orgelbauer wissen möchte, besucht in seinem Geburtsort 5 Frauenstein das Gottfried-Silbermann-Museum. Danach ist Mut gefragt! Sie machen einen Abstecher nach 6 Altenberg, dem Wintersportort des Osterzgebirges, und brettern im Bob die Rennschlitten- und Bobbahn hinunter. Aber keine Angst, erfahrene Piloten sitzen am Steuer. 365 Tage im Jahr ist Weihnachten im Spielzeugmacherort 7 Seiffen, Ihrem nächsten Ziel. Erst besuchen Sie das Erzgebirgische Spielzeugmuseum und danach die Schauwerkstatt der traditionellen Handarbeitstechniken mit einem schönen Museumsshop. Aber probieren Sie es doch selbst! Basteln Sie unter Anleitung Ihr eigenes Räuchermännchen oder eine kleine Pyramide (Mo–Sa 10–Uhr). Eine nette Adresse zum Übernachten ist das Panorama Berghotel Wettiner Höhe.    

Bergbau live zeigt die erste Station am heutigen Tag: Der Pferdegöpel in 8 Marienberg erinnert an die schwere Arbeit von Mensch und Tier. Ein märchenhaftes Museum erleben Sie nach der Weiterfahrt in 9 Annaberg-Buchholz: In der Manufaktur der Träume ist erzgebirgisches Kunsthandwerk vom 18.  Jh. bis heute ausgestellt. Die St. Annenkirche fasziniert mit ihrer reichen Innenausstattung, vom Turm blicken Sie auf die Stadt. Auf der B 95 erreichen Sie Deutschlands höchstgelegene Stadt 10 Oberwiesenthal. Lassen Sie sich von der Schwebebahn auf den 1215 m hohen Fichtelberg schaukeln, bevor Sie im Ahorn Hotel Am Fichtelberg Ihr Zimmer beziehen. Weiter geht es nach 11 Schneeberg, wo Sie das Siebenschleher Pochwerk besichtigen und anschließend ein Stück auf dem Bergbaulehrpfad wandern. Dann reisen Sie weiter ins Vogtland. Auch wenn gerade keine Wettkämpfe in der Vogtland-Arena in 12 Klingenthal stattfinden, fahren Sie mit der schienengeführten Erlebnisbahn auf den Schanzenturm, nicht zum Springen, sondern der tollen Aussicht wegen. Das Waldhotel Vogtland bietet ruhige Zimmer mitten im Wald.       

Heute erkunden Sie „Musikwinkel“ und Bäderdreieck. 13 Markneukirchen als Heimat des Musikinstrumentenbaus zeigt im Musikinstrumentenmuseum u. a. eine über 4 m große Geige. Bummeln Sie anschließend im nur wenige Kilometer entfernten 14 Bad Elster durch den Kurpark. Genießen Sie den Rest des Tages in der Soletherme. Schweben Sie wie im Toten Meer und gönnen Sie sich Streicheleinheiten für Körper und Seele. Das an die Therme angeschlossene Hotel König Albert ist Ihre Übernachtungsoase.   

Die B 92 führt Sie heute zunächst nach 15 Plauen, wo Sie in der Schaustickerei verfolgen, wie die berühmte Plauener Spitze entsteht, und im zugehörigen Shop eine spitze Spitzenhandarbeit als Souvenir erwerben. Weiter geht es nach 16 Zwickau, bekannt durch die Automobilindustrie, deren Geschichte das August-Horch-Museum dokumentiert. Bei Selbstgebrautem und typischen Brauhausgerichten findet die Tour in der Gasthausbrauerei ihren Abschluss

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Industriemuseum - mauritius images / Bildarchiv Monheim GmbH / Alamy

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