Reiseführer Leipzig

Sehenswürdigkeiten in Leipzig

 

Wer schon einmal hier war, wird feststellen: Es hat sich unheimlich viel verändert in den letzten Jahren. Und es ist immer noch alles in Bewegung. Ganz nebenbei hat sich Leipzig in den letzten Jahren zu einer quicklebendigen Einkaufsstadt gemausert.

Die Gerüste sind größtenteils gefallen, und hervor kamen wunderschöne Passagen, Kaufhäuser und schicke Cafés. Die Innenstadt ist zu einem wahren Juwel geworden und lädt in einem überschaubaren Radius zum Bummeln, Shoppen, Entdecken und Genießen ein. Die konzentrierte Dosis Leipzig finden Sie in der Innenstadt, doch auch die Viertel auf der anderen Seite des Rings sind einen Spaziergang wert. Frisch renoviert lädt das Grassimuseum mit gleich drei Sammlungen zum Rundgang ein. Erleben Sie das 19. Jh. in der Beletage von Felix Mendelssohn Bartholdy, und bestaunen Sie die prächtigen Bürgervillen der Gründerzeit. Fast überall in Leipzig wird Musik gemacht – sei es im Bundesverwaltungsgericht, im Völkerschlachtdenkmal, in den Kirchen oder im Gohliser Schlösschen. Immer sind die Konzerte auf hohem Niveau, oft von Gewandhausmusikern unterstützt. Es lohnt sich, die Besichtigung mit einem solchen Erlebnis der besonderen Art zu verbinden.


Inhaltsverzeichnis


Top Sehenswürdigkeiten in Leipzig

Universität Leipzig

Ägyptisches Museum

Altägyptischer Grabschmuck mitten in Leipzig, zwei Mumien im Hochhaus? Etwas grotesk, aber leicht zu erklären. Die Sammlung der Uni-Archäologen musste mehrmals umziehen. Seit 2010 hat sie im Kroch-Haus ihr Domizil. Das 43 m hohe „Hochhaus“ errichtete der Bankier Hans Kroch 1928 nach dem Vorbild moderner Wolkenkratzer. Fortuna war den Leipziger Forschern während ihrer Expeditionen in Ägypten mehrmals gewogen. Sehenswert ist insbesondere der Grabschatz eines ägyptischen Priesters, der nach seiner Ausgrabung fast hundert Jahre lang unberührt in Kisten schlummerte. Leider ist die Lehrsammlung der Universität nur eingeschränkt geöffnet.

Di–Fr 13–17, Sa/So 10–17 Uhr | Eintritt 5 Euro | Goethestr. 2 | alle Straßenbahnen ins Zentrum, Augustusplatz

 

Bachmuseum im Bosehaus

Verkannt, vergessen, ausgebeutet. Im Leben des Thomaskantors Johann Sebastian Bach, heute gern Musikgenie genannt, ging beileibe nicht alles glatt. In Leipzig wollten sie ihn erst gar nicht. Den Posten des Thomaskantors bekam er erst, nachdem zwei andere abgesagt hatten. Der kreative Druck war ungemein hoch: Jede Woche lieferte der Komponist eine neue Kantate ab – und zu Hause quengelten viele Kinder. Kein Wunder, dass Bach und seine Frau Anna Magdalena in den 27 Jahren ihrer Leipziger Zeit (1723–50) gerne mal bei Boses nebenan vorbeischauten. Bei den reichen Kaufleuten ging es ruhiger und eleganter zu. Heute gewährt das Bosehaus dem Bachmuseum Asyl, und einige der persönlichsten Gegenstände aus dem Leben des großen Barock-Komponisten sind dort zu finden. Dabei hat sich das Haus ein modernes Konzept auf die Fahnen geschrieben. Viele Ausstellungsteile sind interaktiv, und das Motto „selbst probieren“ ist Leitfaden der Präsentation. Im Sommersaal finden wie zu Bachs Zeiten intime Hauskonzerte statt, und der charmante Garten ist ein Ruhepol mitten in der Stadt.

Di–So 10–18 Uhr | Eintritt 8 Euro, Kinder bis 16 J. und am 1. Di im Monat Eintritt (für alle) frei | Führungen Fr 15, So 11 Uhr | Thomaskirchhof 15–16 | www.bachmuseumleipzig.de | Straßenbahn 9 | Bus 89 Thomaskirche | alle S-Bahnen Markt

 

Hauptbahnhof

Die historischen Mauern (1909–13) bergen 24 Bahnsteige und ein modernes Dienstleistungszentrum. 1997 eröffnete unter dem Namen „Promenaden Hauptbahnhof“ eine Mall mit Boutiquen, Cafés, Drogerien etc., eingelassen in den 270 m langen Querbahnsteig. Freitreppen, Wartesäle und die imposanten Eingangshallen präsentieren sich historisch saniert. Das monumentale Bauwerk steht auf 3125 Stahlbetonpfählen, gerammt in den sumpfigen Grund der Parthe-Niederung. Einen besonders schönen Blick über die Anlage haben Sie vom obersten Deck des Parkhauses Ost. Die Pracht der früheren Wartehallen ist in der Buchhandlung Ludwig konserviert.

Willy-Brandt-Platz 5 | S-Bahn, alle Straßenbahnen ins Zentrum, Willy-Brandt-Platz

 

Mädlerpassage und Messehofpassage

Weltstädtisches Flair wie keine andere Verkaufsmeile der Stadt strahlt die elegante Mädlerpassage (Neumarkt 14) aus. Kofferfabrikant Anton Mädler ließ den lichten Durchgang 1912 nach dem Vorbild der Mailänder Galleria Vittorio Emanuele II bauen. Die Geschichte des Hauses lässt sich am Portal Grimmaische Straße ablesen: Die Sandsteinfiguren mit Vase und Weintrauben erinnern daran, dass der Bau einst als Weinkeller und Porzellanmessehaus genutzt wurde. Der Messepalast ersetzte seinerzeit Auerbachs Hof aus dem 16. Jh. Auerbachs Keller zieht viele Schaulustige an. Die Grimmaische Straße mausert sich zur beliebten Einkaufsstraße. Blickfang am Haus Nr. 17 ist der Fürstenhauserker, der allerdings nur noch als Kopie erhalten ist. Ein Durchgang führt von der Mädler- in die Messehofpassage (Neumarkt 16): moderne Passagenarchitektur vom Feinsten (Achitekten: Weis & Volkmann, Leipzig). Von der nüchternen 1950er-Jahre-Anmutung des ehemaligen Messehofs blieb nach der Sanierung 2006 nur die Pilzsäule aus Marmor übrig. Neu ist ihr Lichtspiel in wechselnden Farben, eine Einstimmung auf die von Tageslicht durchflutete, überdachte Shoppingmeile zum Neumarkt. Wer stilvolle Mode liebt und schöne Wohnaccessoirs, fühlt sich hier gleich wohl.

Alle Straßenbahnen ins Zentrum, Augustusplatz

 

Museum der bildenden Künste

Schon die Architektur ist einen Besuch wert: Im hypermodernen Kunsttempel sind gängige Raumkategorien aufgehoben, denn die Ebenen überschneiden sich. Lichthöfe, gewaltige Treppenhäuser, überdimensionale Türen, blanker Beton führen zum radikalen Bruch mit Sehgewohnheiten. Die reiche Bürgerstadt leistete sich einst mit dem Museum eine Sammlung von europäischem Rang. Zu den Top Ten der Alten Meister zählen „Adam und Eva“ von Lukas Cranach d.Ä., „Die Heimsuchung“ von Rogier van der Weyden, „Der Mulatte“ von Frans Hals und „Das Schiffswunder“ von Peter Paul Rubens. Den Weg ins 20. Jh. markieren Werke von Max Klinger, Max Liebermann, Lovis Corinth, Oskar Kokoschka und Max Beckmann. Nur langsam werden über Ankäufe und Schenkungen die Lücken wieder gefüllt, die durch die Nazi-Dekrete zur Entarteten Kunst in die Sammlung gerissen wurden. Dennoch ist es gelungen, tolle Ausstellungen auf die Beine zu stellen: Etwa über Max Beckmann, der in Leipzig geboren wurde und 1937 zunächst nach Amsterdam, später in die USA emigrierte. Einen Spitzenplatz unter den deutschen Sammlungen hat das Museum im Bereich zeitgenössische Kunst. Es zeigt nicht nur die Leipziger Schule mit Neo Rauch, Werner Tübke und Bernhard Heisig, sondern auch Stephan Balkenhol, Ricarda Roggan und Annette Schröter. Super schön: während der Museumsnacht im Mai bis Mitternacht durch den Kubus zu flanieren.

Di, Do–So 10–18, Mi 12–20 Uhr | Eintritt 5 Euro (ständige Sammlung), am 2. Mi im Monat Eintritt frei | www.mdbk.de | alle Straßenbahnen ins Zentrum Hauptbahnhof | S-Bahnen Markt

 

Museum in der „Runden Ecke“

Wendegeschichte in Reinkultur. In der Nacht zum 5. Dezember 1989 besetzten engagierte Bürger nach einer Montagsdemonstration das Stasigebäude am Dittrichring und machten der Angstherrschaft des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit ein Ende. „Macht und Banalität“ heißt die Ausstellung, die das Bürgerkomitee Leipzig in den nüchternen Amtsstuben des Überwachungsapparats eröffnete. In einem denkbar tristen Ambiente bewahren die Dokumente von Bespitzelung und die Plakate ihren Charakter als „Indizien des Verbrechens“. Der Nachbau einer Zelle für politische Gefangene und Erläuterungen zum Gefängnisalltag lassen die Pein der Betroffenen nur ahnen.

Tgl. 10–18 Uhr | Eintritt frei, Führung (tgl. 15 Uhr) 5 Euro | Dittrichring 24 | Straßenbahn 9 | Bus 89 Thomaskirch

Nikolaikirche Leipzig

Nikolaikirche

Friedensgebete, Lichterketten, Demonstrationen – seit dem Wendeherbst 1989 ist St. Nikolai als Keimzelle der friedlichen Revolution international bekannt. Schon immer spielte die älteste erhaltene Kirche Leipzigs eine wichtige Rolle im politischen Leben. In der Nähe der Kirche siedelten sich im 12. Jh. verstärkt Kaufleute an – ihrem Schutzpatron Nikolaus ist sie geweiht. In der Nikolaikirche bestand J. S. Bach seine Probe fürs Kantorenamt. Ursprünglich ist die gedrungene romanische Westfront. Erst 1555 entstand der Mittelturm, der zu Beginn des 18. Jhs. seine barocke Haube bekam und auf 75 m erhöht wurde. Innen betört die größte Kirche der Stadt durch ihre lichte Gestaltung. Aus korinthischen Säulen scheinen Palmwedel zu sprießen. Auf diese Weise verwandelte Stadtbaudirektor Dauthe 1784–97 die gotische Hallenkirche in ein klassizistisches Meisterstück. Das Altarbild stammt von A. F. Oeser. Auch heute noch versammeln sich Gläubige montags um 17 Uhr zu Friedensgebeten. Ab 20 Uhr erleuchten nach und nach 144 farbige Lichtsteine den Platz. Die Lichtinstallation von Tilo Schulz erinnert wie die Nachbildung der Dautheschen Säule und der bis zum Überlaufen gefüllte Granitbrunnen an den friedlichen Widerstand des Jahres 1989. Führung zur erneuerten Ladegast-Orgel mit Spieltisch im Porsche-Design Fr 16.30 Uhr (5 Euro).

Nikolaikirchhof 3 | alle Straßenbahnen ins Zentrum, Augustusplatz

 

Thomaskirche

Ihr Ruf geht weit über die Landesgrenzen hinaus. Er ist untrennbar verbunden mit den Thomanern, einem der besten Knabenchöre im deutschsprachigen Raum, und ihrem berühmtesten Kantor: Johann Sebastian Bach. Vor dem Südportal erinnert Carl Seffners Bach-Denkmal von 1908 an den Komponisten. Seine sterblichen Überreste wurden 1950 aus der zerstörten Johanniskirche hierher überführt. Die Wurzeln des Thomanerchores liegen im 13. Jh. Damals gab es bereits einen Kirchenbau an der Stelle der heutigen Thomaskirche. Er wurde Ausgangspunkt des von Markgraf Dietrich gestifteten Augustiner Chorherrenstifts; die Schüler dieser Institution erhielten u. a. eine Ausbildung in liturgischen Gesängen. Wenn die Thomaner nicht gerade auf Reisen sind und keine Schulferien haben, kann man freitags und samstags in den Genuss von Motetten und Kantaten kommen (Fr 18, Sa 15 Uhr | Kosten: 2 Euro für das obligatorische Programmheft).

Am Pfingstsonntag 1539 predigte hier Martin Luther – dieser Tag gilt als Einführung der Reformation in Sachsen. Luther und Bach sind zwei der farbigen Fenster im Chorraum gewidmet. Das jüngste Fenster auf der Südseite wurde 2009 von dem Leipziger Maler David Schnell entworfen. Es trägt den Titel „Frieden“. Der Kirchenbau selbst wurde häufig umgestaltet. 1496 ersetzte man das romanische Kirchenschiff durch eine spätgotische Halle. Sie wird überspannt von einem Dach, das mit 63 Grad Neigung das steilste Leipzigs ist. Der 68 m hohe Turm bekam 1702 seine barocke Haube. Die Grünfläche vor der Thomaskirche ist zu einem beliebten Treffpunkt für junge Leute geworden.

Tgl. 9–18, Turmführungen April–Nov. Sa 13, 14, 16.30, So 14, 15 Uhr, 2 Euro | Thomaskirchhof 18 | www.thomaskirche.org | Straßenbahn 9 | Bus 89 Thomaskirche

 

Kunstkraftwerk

Ein Architekt und ein Mathe-Professor tun sich zusammen, investieren in ein altes Heizwerk und rufen eine großartige Kunst-Location ins Leben. Den „Rundgang“ haben Künstler mit faszinierenden Licht- und Objektinstallationen versehen. In zwei Hallen werden Lichtbilder an die Wände projiziert, sphärische Klänge sorgen für Stimmung. Kleines Café, Veranstaltungen.

Di–So 10–18 Uhr | Eintritt 11 Euro | Saalfelder Str. 8b | www.kunstkraftwerk-leipzig.com | Straßenbahnen 8, 15 Credéstraße | S-Bahn Lindenau

 

Clara-Zetkin-Park

Leipzigs Stadtpark Nummer eins: Gärten im Stil des 19. Jhs., Wald- und Auenlandschaften fügen sich hier harmonisch aneinander. Im Sommer sind die Wiesen von Studenten belagert, im Winter ist Familienrodeln angesagt. Clara Zetkin (1857–1933) war die Begründerin der sozialistischen Frauenbewegung. Unter ihrem Namen wurden 1955 verschiedene historische Gärten zu einem „Kulturpark“ vereint, u. a. der Johannapark zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Marschnerstraße. Er wurde seinerzeit von Peter Joseph Lenné entworfen und bietet mit Teich, Fontäne und Brücken eine romantische Sicht hinüber zum Neuen Rathaus. Daran schließt sich bis zum Elsterflutbett der ehemalige König-Albert-Park mit Blumenrabatten und einer Parkbühne an, auf der ab und an auch Popkonzerte stattfinden. Beim Wave-Gotik-Treffen zu Pfingsten gehört die Parkbühne zu den Hauptspielorten. Gegenüber, nahe der Karl-Tauchnitz-Straße, laden das Parkrestaurant Glashaus und der Musikpavillon zur perfekten Pause im Grünen ein. Jenseits des Elsterflutbetts erstreckt sich das Auenwald-Gebiet Die Nonne mit einem weitverzweigten Netz von Rad- und Spazierwegen. Wenn im Frühjahr der Bärlauch blüht, „duftet“ es hier sehr intensiv. Der wilde Knoblauch ist als Gewürz und Gemüse auf den Speisekarten der Leipziger Restaurants angesagt.

Straßenbahnen 1, 2 Klingerweg

Grassimuseum

Die drei Grassi-Sammlungen – das Museum für Angewandte Kunst, das Museum für Völkerkunde und das Museum für Musikinstrumente – gruppieren ihre Ausstellungsräume mit über 10 000 m2 Fläche rund um zwei grüne Innenhöfe. Das rötliche Gebäude mit Elementen aus dem in Leipzig gerne verwendeten roten Porphyrtuff wurde 1925–29 im Stil des Art déco gebaut. Das in den letzten Jahren vollständig sanierte Gebäude ist nicht nur äußerlich ein architektonisches Juwel, sondern beeindruckt auch im Innern mit dem lichten Treppenhaus und der im Art déco gestalteten Pfeilerhalle mit ihrem käftigen rot-blau-goldenen Farbakkord. Außen wurde eine ananasförmige Dachbekrönung als markantes Wahrzeichen wiederhergestellt.

Di–So 10–18 Uhr | Eintritt komplett 15 Euro, am 1. Mi des Monats Eintritt frei | Johannisplatz 5–11 | www.grassimuseum.de | Straßenbahnen 4, 7, 12, 15 Johannisplatz

 

Museum für Völkerkunde (Eintritt 8 Euro): Anschaulich, kurzweilig und phantasievoll ordnen sich hier Kunst- und Alltagsobjekte zu einem Panorama der Völker aller Kontinente. Das Tipi, eine Jurte und ein indisches Lehmhaus können auch betreten werden. Das Museum hat den zweitgrößten Bestand in Deutschland und zählt europaweit zu den bedeutendsten völkerkundlichen Sammlungen. Besonders empfehlenswert: die gründlich kitsch-bereinigte Ausstellung über die Urvölker Amerikas.

Museum für Musikinstrumente (Führung So 11 Uhr | Eintritt 6 Euro): Spezifisch für die Musikstadt Leipzig ist diese umfangreiche Sammlung der Universität, die aus einer Privatsammlung hervorgegangen ist. Das Museum verfügt über rund 5000 Instrumente und Musikautomaten, viele aus der Bachzeit. Es vermittelt die Geschichte der Instrumentenbaukunst vom ältesten Klavier der Welt bis zur Harfe. Im Klanglabor können Sie einiges ausprobieren, z. B. auf einem Plexiglasklavier selbst musizieren.

Museum für Angewandte Kunst (Eintritt 8 Euro): 1920 fand die erste Grassimesse statt, da war das Museum noch gar nicht fertig. In den folgenden Jahren wurde die Messe zu einem Treffpunkt der „Moderne“, besonders der Bauhaus-Künstler aus Weimar und Dessau, die mit ihren revolutionären Entwürfen für Möbel, Gebrauchsgegenstände und Accessoires den Ruf des Museums begründeten. Doch man tut der Sammlung Unrecht, wenn man sie nur auf das Kunsthandwerk des 20. Jhs. reduziert. Eines der ältesten Stücke ist die 33 cm große Figur des Erzengels Michael aus geschnitztem Elfenbein aus der Karolingerzeit (um 800 n. Chr.). Sehenswert sind auch Inneneinrichtungen aus allen Epochen (im 1. Rundgang), ein gewaltiges sächsisches Kruzifix (15. Jh.) sowie der römische Tapetensaal (18. Jh.) aus dem Schloss Eythra, der gerettet werden konnte, bevor das Herrenhaus dem Braunkohletagebau zum Opfer fiel. Höhepunkt der Sammlung ist der 3. Rundgang „Vom Jugendstil bis zur Gegenwart“, der Meisterwerke modernen Designs und Kunsthandwerks wie z. B. Mies van der Rohes Barcelona-Chair von 1929 oder eine von Jean Cocteau entworfene Vase zeigt. Zur Grassimesse Ende Oktober wird das Museum mit den Grünanlagen ein riesiger Marktplatz. Ausgewählte Designer zeigen ihre neuesten Kreationen.

 

Völkerschlachtdenkmal

Fast eine Million Besucher zieht der riesige Denkmalsbau Jahr für Jahr an. Er wurde 1913 eingeweiht – 100 Jahre, nachdem die europäischen Verbündeten in der Völkerschlacht bei Leipzig Napoleon und seine Truppen in die Flucht geschlagen hatten. Die Feierlichkeiten im Oktober 1913 waren ein nationales Ereignis. Der Kaiser reiste an, deutsche Fürsten und Vertreter der Herrscherhäuser Schwedens, Russlands und Österreichs. Randnotiz: Die Sachsen gehörten 1813 zu den Verlierern, sie schlugen sich nämlich für den französischen Despoten.

Im Denkmal dokumentiert eine Ausstellung die Baugeschichte. In der Krypta halten 16 steinerne Krieger Totenwache. Die kolossalen allegorischen Figuren in der Ruhmeshalle (Tapferkeit, Glaubensstärke, Opferfreude und Volkskraft) ragen 10 m in die Höhe. Dagegen muten die 324 fast lebensgroßen Reiterfiguren in der Kuppelhalle geradezu winzig an. Die gute Akustik können Sie bei einer Aufführung des Völkerschlachtdenkmal-Chores genießen. Bis 2013, dem 100. Jahrestag der Denkmalsweihe, wurde der 300 000 t schwere Koloss saniert. Beeindruckend ist der Blick von der 91 m hohen Aussichtsplattform. Wenn Ihnen der Aufstieg über die 364 Stufen zu anstrengend ist, nehmen Sie den Lift von der Krypta zum ersten Außenrundgang. Im Forum 1813 am Fuß des Denkmals ist eines der Schlachtfelder rund um Leipzig nachgestellt. 3500 Zinnfiguren zeigen den Kampf um das Dorf Probstheida, dessen Ausgang Napoleons Herrschaft in Europa brechen sollte. Außerdem sind 350 Originalexponate von Uniformen bis zu Münzen zu sehen.

Völkerschlachtdenkmal und Forum April–Okt. tgl. 10–18, Nov.–März tgl. 10–16 Uhr | Eintritt 8 Euro | Prager Str. | Straßenbahn 15, S-Bahn 1 Völkerschlachtdenkmal


Top Bewertungen

in Leipzig

Nikolaistr. 42
04109 Leipzig, Zentrum
Tröndlinring 2
04105 Leipzig, Zentrum-Nord
Rosa-Luxemburg-Str. 27
04103 Leipzig, Zentrum-Ost
Termin anfragen 3

 

 

Riemannstr. 35
04107 Leipzig, Zentrum-Süd
Termin anfragen 3
Michael-Kazmierczak-Str. 29
04157 Leipzig, Gohlis-Mitte
Nikolaistr. 42
04109 Leipzig, Zentrum

Freizeit & Sport

Im Sportbad an der Elster (Mo, Di, Do 7–8, Mi 15–22, Fr 7–9, 12–15, Sa 11–16, So 8–16 Uhr | Eintritt 5 Euro/2 Std. | Antonienstr. 8 | Tel. 0341 42056280 | Straßenbahnen 1, 2, 3 Rödelstraße) können sich Schwimmer auf acht 50-m-Bahnen richtig austoben. Zum Klettern oder Beachvolleyball geht’s in die Kletterhalle No Limit (tgl. 10–23 Uhr | Eintritt 10, Schuhverleih 3 Euro | Dessauer Str. 2 | Tel. 0341 9096722 | www.kletterhalle-leipzig.de | Straßenbahn 9 Wittenberger Straße). Auf 200 Kletterrouten findet hier jeder sein Niveau, auch einen Boulderbereich für Klettern ohne Sicherung.


Leipzig am Abend

 

Flowerpower

Bar mit Hippie-Flair, Wohlfühlatmosphäre und moderaten Preisen. Karaoke, Livemusik und coole Drinks halten Nachtschwärmer wach. Nicht schnieke, dafür tiefenentspannt.

Tgl. | Riemannstr. 42 | Tel. 0341 9613441 | Straßenbahnen 10, 11 Hohe Straße

Substanz

Hinter dem Straßengebäude versteckt sich ein wunderschöner Biergarten. Dort werden leckere Burger gebrutzelt, häufig spielen Livebands. Drinnen ist es urig, mit Piano und nicht alltäglichen Bieren.

Tgl. | Täubchenweg 67 | Tel. 0341 21912234 | www.substanz-leipzig.de | Straßenbahnen 4, 12 Breite Straße

Vodkaria

Hier ist man schon fast in Russland. Mehr als 400 Sorten Wodka, originelle Cocktails und Pelmeni mit Sauerrahm. Stimmungsvolle Pub-Atmosphäre.

Tgl. | Gottschedstr. 15 | Tel. 0341 4428868 | Straßenbahnen 1, 14 Gottschedstraße

Elipamanoke

Industrieclub, der coole Musik mit tollen Leuten vereint. Bekannte DJs legen ihre Lieblingsmucke auf. Kickertisch und Sitzgelegenheiten für die, die mal ’ne Pause brauchen.

Fast immer Fr/Sa | Markranstädter Str. 4 | www.elipamanoke.de | S-Bahn 1 Bhf. Plagwitz

Institut für Zukunft

From Dusk till Dawn: Im Institut für Zukunft (IfZ) wird durchgetanzt. Clubnächte, Disko und auch sonntags in Betrieb.

Unregelmäßig geöffnet | An den Tierklinken 38–40 | ifz.me | Straßenbahn 16 An den Tierkliniken | S-Bahn, Bus 74 MDR

Horns Erben

Die Ex-Weinstube des Schnapsbrenners Wilhelm Horn hat eine neue Bestimmung gefunden. Holzgetäfelte Wände und eine schöne Bar sind ein wunderbarer Ort für Lesungen (meist Mi), Clubbing, Jazz.

Arndtstr. 33 | Tel. 0341 26426029 | www.horns-erben.de | Straßenbahnen 10, 11 Südplatz

Moritzbastei

Der Gewölbekeller der ehemaligen Bastei wurde in den 70ern von Studenten freigelegt. Ruhige Ecken fürs Plauschen, Essen, Hören und Diskutieren; große Gewölbe für schrille Konzerte, Disko. Führungen durch die historischen Gemäuer Fr/​Sa 11–16 Uhr zur vollen Stunde.

Mi, Fr/Sa Disko und Konzert, Café tgl. | Universitätsstr. 9 | Tel. 0341 702590 | Veranstaltungen unter www.moritzbastei.de | alle Straßenbahnen ins Zentrum, Augustusplatz

naTo

Schon zu DDR-Zeiten traf sich in dem Flachbau die alternative Szene. Internationales Programmkino mit Filmreihen in der Cinémathèque, außerdem Konzerte, Lesungen, Kneipe und Improvisationstheater.

Tgl. ab 19 Uhr | Karl-Liebknecht-Str. 46 | Tel. 0341 3014397 | www.nato-leipzig.de | Straßenbahnen 10, 11 Südplatz

Cineding

Hey Dokfilm-Fans mit Faible für Slowakisch, Koreanisch und Albanisch – dieses Kino ist für Euch! Der Saal kuschelig wie zu DDR-Zeiten, viele Filme im O-Ton. Für Kinder sucht der Filmclub Kassablanka wunderbare Streifen aus.

Karl-Heine-Str. 83 | Straßenbahn 14 Merseburger Straße

UT Connewitz

Pilaster, Portikus, Reliefs – so geht Filmeschauen mit Stil. Das älteste erhaltene Lichtspielhaus Deutschlands (von 1912) hat durch die Renovierung nichts von seinem Charme verloren. UT steht für Union-Theater. Kino, Musik, Specials.

Wolfgang-Heinze-Str. 12a | Hinterhof | Tel. 0341 4626776 | Straßenbahnen 9, 10, 11 Connewitzer Kreuz

Gewandhaus

Klassiker und zeitgenössische Musik auf höchstem Niveau vom Gewandhausorchester, dem MDR-Symphonieorchester, dem Thomanerchor; auch Gastspiele, Jazzkonzerte.

Augustusplatz 8 | Tel. 0341 1270309 | www.gewandhaus.de | Kasse Mo–Fr 10–18, Sa 10–14 Uhr | alle Straßenbahnen ins Zentrum, Augustusplatz

Haus Dreilinden Musikalische Komödie

Liederabende, Musicals und Operetten – die Muko entführt mit traumschönen Inszenierungen in eine andere Welt.

Dreilindenstr. 30 | Tel. 0341 1261261 | Straßenbahnen 3, 7, 8, 15 Angerbrücke

Lindenfels Westflügel

Längst ist das Figurentheater im Lindenfels Westflügel aus der Nische getreten und lockt überregional Gleichgesinnte an. Die Bar Fröhlich und Herrlich öffnet Fr ab 20 Uhr, außerdem gibt’s im wunderbaren Saal Ballnächte u .a. diverse Veranstaltungen.

Hähnelstr. 27 | Tel. 0341 2609006 | www.westfluegel.de | Straßenbahn 14 Merseburger Straße


Einkaufen in Leipzig

 

HinrichSINNdreißig

In einem romantischen Innenhof versteckt, ist dieser Laden eine Fundgrube für liebevoll ausgesuchte antike und neue Einrichtungsgegenstände. Nach dem Motto: Dinge mit Stil und Geschichte.

Katharinenstr. 11/im Fregehaus | www.sinn-30.de | S-Bahn Markt | alle Straßenbahnen ins Zentrum Goerdelerring

WKR

Industrieästhetik aufgearbeitet: Wolf Konrad Roscher macht Lampen und Möbel neu und stellt die zeitlos schönen Klassiker in seinen Plagwitzer Showroom.

Merseburger Str. 35 | Straßenbahn 14 Merseburger Straße

Röskant 

Bohnen aus ausgesuchten Anbaugebieten für Kaffee und Espresso werden hier schonend geröstet und im Laden gemahlen. Auch Tee, Schokolade und andere Köstlichkeiten sind im Angebot. Am besten gleich eine Tasse probieren und dabei einen Blick in den verglasten 14 m tiefen Brunnen werfen.

Mo geschl. | Hohe Str. 9–13 | S-Bahn, Straßenbahnen 2, 9, 10, 16 Bayrischer Platz

Baumwollspinnerei

Für Kunstfans ein wahres Schlaraffenland: Zahlreiche interessante Galerien haben sich auf dem Gelände des ehemaligen Industriekomplexes von 1884 angesiedelt. Darunter z. B. die renommierte Galerie Eigen + Art (Halle 5), die Galerie Jochen Hempel (Halle 4) oder die maerz-
galerie (Halle 6)
. Bei den Rundgängen im Januar, Mai und September öffnen die Künstler ihre Ateliers häufig auch für Besucher.

Spinnereistr. 7 | www.spinnerei.de | S-Bahn, Straßenbahn 14 | Bus 60 S-Bahnhof Plagwitz

Amélie

Bezaubernder Laden in Specks Hof mit frischen Pralinen und Schokoladen, ausgefallenen Teemischungen, heißem Kaffee und Kakao.

Reichsstr. 4–6 | alle Straßenabahnen ins Zentrum, Augustusplatz | Bus 89 Reichsstraße

Gourmétage

Gute Auswahl an Wein, Whiskey und Feinkost. Probieren Sie sich gleich im Laden an der kleinen Bar durch die Köstlichkeiten!

Grimmaische Str. 2–4 | Mädlerpassage | alle Straßenbahnen ins Zentrum, Augustusplatz

La Chocolaterie

Wie einem Filmset entsprungen ist der kleine, gemütliche Laden mit Café am Waldplatz. Isabelle und Alexandra kreieren hier köstliche Trüffel, Tartes, Quiches und andere feine Dinge der französischen Küche.

Di–Sa 11.30–19 Uhr | Waldstr. 12 | www.la-chocolaterie.de | Straßenbahnen 4, 7, 8, 15 Waldplatz

Culton M

Hier können Sie einkaufen wie unter Freundinnen: in Ruhe anprobieren, das Lieblingsteil in spe auf der Couch einsitzen und dabei ein wenig plaudern. Nebenan gibt’s trendige Mitbringsel und Objekte, Konzerttickets.

Peterssteinweg 7 | Straßenbahnen 2, 8, 9, 10, 11, S-Bahn Wilhelm-Leuschner-Platz

Måat

Crossover – puristisch, stylish. Der luftige Laden für Mode und Interieurs ist bestens geeignet zum hemmungslosen Power-Shoppen.

Burgstr. 9 | Straßenbahnen 2, 8, 14, Bus 89 Neues Rathaus

Anderthalb

Hier paart sich Kunst mit Kommerz, Handwerk mit Luftschlössern. Lieblingsstücke im Lieblingsladen: die kleinen Löffel aus verschiedenen Hölzern, natürlich handgemacht in einer heimischen Schreinerei.

Merseburger Str. 37 | Straßenbahn 14 Karl-Heine-/Merseburger Straße

Galerie am Nikolaikirchhof

Die Keramik von Hedwig Bollhagen hat viele Fans: Im schlichten Streifen gehalten wirkt sie nach Jahrzehnten noch modern.

Ritterstr. 5 | alle Straßenbahnen ins Zentrum, Augustusplatz

Steinbach Keramik

Annemarie Steinbach hat mit ihren seelenvollen Tierköpfen aus Ton, der schönen Gebrauchskeramik und den großen Weihnachtsfiguren zu Recht Kunstpreise gewonnen.

Sa geschl. | Menckestr. 44 | Straßenbahn 4 Menckestraße


Leipzig mit Kindern

 

Parkeisenbahn Auensee

Gemütlich zuckelt die Parkeisenbahn um den kleinen See im nördlichen Auenwald im Ortsteil Wahren. Attraktion ist die Dampflok von 1925 im Liliputformat.

Parkeisenbahn April–Okt. Di–So, in den Ferien auch Mo | Erw. 3, Kinder 1,60 Euro | www.parkeisenbahn-auensee-leipzig.de | Straßenbahnen 10, 11 Rathaus Wahren | Bus 80 Auensee

Wildpark

Urwüchsig und natürlich wie der Auwald, in dessen Mitte er liegt, ist auch der Wildpark. Mitten in der Stadt leben hier auf 42 ha Wald rund 250 Tiere. An den Wochenenden ist der Wildpark ein beliebtes Ausflugsziel, denn er ist mit der Straßenbahn erreichbar und bietet außer Luchsen, Elchen, Ottern und Wildschweinen auch zwei schöne Spielplätze, Kamel- und Ponyreiten sowie eine kleine Ausstellung. Zum Aufwärmen besuchen Sie das urige russische Teehaus, das im Stil einer Blockhütte gebaut ist.

16. März–31. Okt. tgl. 9–19, im Winter 9–17 Uhr im Gehegebereich | Eintritt frei | Zugang über Koburger Str. | Bus 70 Wildpark

Zoo Leipzig

Haben Sie schon einmal Elefanten beim Tauchen beobachtet? Das geht durch die Unterwasserscheibe im Elefantentempel des Leipziger Zoos. Mitten in der City erleben Sie ferne Kontinente mit ihren exotischen Bewohnern: In dem weitläufigen Tiergarten durchstreifen Sie Erlebniswelten wie die Kiwara-Savanne mit Zebras, Antilopen und Giraffen, die Menschenaffenanlage „Pongoland“, Asien mit dem Elefantentempel, die Tigertaiga oder die Lippenbärenschlucht. Überall gibt es Klettergelegenheiten und Spielplätze für Kinder, dazu Wissenswertes zum Erfühlen und Erkennen. Für die ganz Kleinen ist ein Tierkindergarten als Streichelzoo eingerichtet.

In der charmanten Anlage aus dem 19. Jh. finden heute Tiere aus mehr als 850 Arten Platz. Seit 2011 lädt „Gondwanaland“ in eine riesige überdachte Tropenhalle ein. In dem fiktiven tropischen Urkontinent Gondwana leben Exoten wie der Schabrackentapir und ein Komodowaran. In der Halle ist es schwül und warm; deponieren Sie Mäntel und Pullover deshalb in den Schließfächern gleich hinter dem Eingangsstollen. Entspannt erleben Sie die Tierwelt während einer Bootsfahrt über den Urwaldfluss, während zu beiden Seiten die Entstehungsgeschichte der Welt im Zeitraffer an Ihnen vorbeizieht. Ein Tipp: Deutlich günstiger ist die Abendkarte (ab drei Stunden vor Schließung, 15 Euro); um diese Zeit sind auch die Tiere besonders aktiv!

Nov.–März tgl. 9–17, April, Okt. 9–18, Mai–Sept. 9–19 Uhr | Erw. 21, Kinder 13 Euro | Pfaffendorfer Str. 29 | www.zoo-leipzig.de | Straßenbahn 12 Zoo

Belantis

Welt- und Zeitreise am Cospudener Sees: Griechenland, Mexiko, Grafendorf und Ritterburg warten mit Attraktionen auf. Wasserspielplatz und Wüstenrallye in Elektroautos begeistern schon die Kleinen. Steil: die 38 m hohe Pyramide mit Wildwasserbahn.

April/Mai und Sept./Okt. nur Mi, Juni–Aug. tgl. 10–18 Uhr | Tageskarte 32,90, Familienkarte (ab 3 Pers.) 56,80 Euro | www.belantis.de | A38, Abfahrt Leipzig Neue Harth/Belantis Park


Veranstaltungen

 

Im Frühjahr ist Lesezeit, im Sommer gibt es Open-Airs in vielen Varianten. Der Herbst setzt die Höhepunkte des Jahres.

März

Leipziger Buchmesse auf dem Messegelände mit Festival „Leipzig liest“ in der ganzen Stadt.

Mai

Zum Aufgalopp auf der Rennbahn Scheibenholz am 1. Mai trägt alles Hut.

Am ersten Mai-Wochenende ist traditionell Spinnerei-Rundgang; alle Galerien haben geöffnet.

Unter dem Motto Nachtaktiv schwärmen Besucher zur Museumsnacht aus. www.museumsnacht-halle-leipzig.de

Juni

Musikfreunde geben sich zum Bachfest ein Stelldichein. www.bachleipzig.de

Zum Wave-Gotik-Treffen zu Pfingsten bevölkern Horden skurriler Menschen in phantasievollen schwarzen Gewändern die Stadt (s. auch S. 23). www.wave-gotiktreffen.de

Juli/August

Oh, wie schön: Zum Hörspielsommer Anfang Juli versammeln sich Jung und Alt auf den Wiesen des Richard-Wagner-Hains. www.hoerspielsommer.de

Im Juli spielt das Gewandhausorchester unter dem Motto Klassik airleben im Rosental. Auf dem Marktplatz gibt’s Anfang Aug. 10 Tage lang Konzerte beim Classic Open und auf den Gewässern wird Mitte Aug. beim Wasserfest geplanscht.

Think! und Highfield Festival. Das bedeutet: hemmungsloses Abtanzen an den Stränden des Cospudener und des Störmthaler Sees.

Oktober

Jedes Jahr am 9. Oktober erinnert Leipzig mit einem großen Lichtfest an die Montagsdemos von 1989.

Zur Lachmesse kommen alle, die in der Comedyszene einen Namen haben.

Die besten Dokumentar- und Animationsfilme des Jahres präsentieren sich zur DOK Leipzig im Wettbewerb.

Dezember

Auf Leipzigs Weihnachtsmarkt schallt Musik vom Alten Rathaus, die Buden bieten Schmuck und Leckereien feil. Ganz vegan: der Weihnachtsmarkt auf dem Feinkostgelände

Gans ganz anders: großes Weihnachtsprogramm des Krystallpalast-Varietés im Spiegelzelt (Burgplatz)


Touren in Leipzig

Paddeltour durch Plagwitz

Bei Sonnenschein geht es raus aufs Wasser. Rudern bzw. Paddeln wird belohnt: Aus der Entenperspektive enthüllt der ehemalige Industriestadtteil Plagwitz ein neues Gesicht: romantisch, imposant, irgendwo zwischen Londoner Docklands und Klein Venedig.

START:

Wilhelm-Leuschner-Platz

ZIEL:

Wilhelm-Leuschner-Platz

Strecke:

17 km

Kosten:

40 Euro

Mitnehmen:

Sportschuhe

Achtung:

Kleidung wird beim Paddeln im Kajak oft nass.

Abstand zum Palmenwehr halten, Lebensgefahr!

Los geht es am 1 Wilhelm-Leuschner-Platz mit der Straßenbahn Linie 2 Richtung Lausen bis zur Haltestelle Rödelstraße. Von hier aus ist es nur ein Katzensprung um die Ecke bis zum 2 Bootsverleih Herold (Tel. 0341 4 01 10 59) an der Weißen Elster. Gleich nach dem Ablegen verebbt der Straßenlärm. Das Boot gleitet an Kleingartenanlagen und dicht bewachsenen Ufern entlang. Eine Idylle, in der ufernahe Grundstücke mit schicken Eigentumswohnungen bebaut wurden. Mit jedem Ruderschlag nähern Sie sich Plagwitz, das sich Mitte des 19. Jhs. vom verschlafenen Dorf zum ersten Industriestandort Leipzigs mauserte. Wie gewaltig die Ausmaße waren, wird nach der Unterquerung der Industriestraße eindrucksvoll sichtbar: Beiderseits der Elster erstreckt sich der riesige Komplex der Buntgarnwerke.

Bevor Sie an den hohen Fassaden der Werksgebäude entlanggleiten, gönnen Sie sich aber noch einen Abstecher in den vom Industriepionier Karl Heine Mitte des 19. Jhs. angelegten Kanal, der hinter der Brücke Industriestraße abzweigt. Sie unterfahren hier die malerische, originalgetreu sanierte Nonnenbrücke von 1893 und manövrieren das Boot durch die mit 5,50 m schmalste Stelle des Kanals. Dahinter öffnet sich der Blick in den 3 Karl-Heine-Kanal. Das 2,5 km lange Teilstück präsentiert sich heute einladend wildromantisch. Seit der Entschlammung ist auch der üble Geruch aus dem Kanal verschwunden, typische Pflanzen blühen am Uferrand, und die ehemalige Verladestation oberhalb des Südufers wurde zum Stadtteilpark umgestaltet. Am Karl-Heine-Bogen erhebt sich das imposante 4 Stelzenhaus. In der einstigen Lagerhalle sind heute Firmen, originelle Wohnungen und das gehobene Restaurant Stelzenhaus (tgl. | Tel. 0341 4 92 44 45 | €€€) untergebracht. In seinem schönen Biergarten können Sie sich ganz entspannt eine erste Pause gönnen.

Zurück auf der Weißen Elster, geht es jetzt vorbei an den Ziegelfassaden der 5 Buntgarnwerke (1879–1925). Das größte Gründerzeit-Industriedenkmal Deutschlands ist heute ein Paradebeispiel für den Wandel des Viertels: Wo einst Maschinen wummerten und Menschen für die Sächsischen Wollgarnwerke schufteten, sind an der Nonnenstraße Restaurants, Arztpraxen, Post und Verwaltung eingezogen. Zum Wasser und zur Holbeinstraße hin sind großzügige Lofts entstanden – urbanes Leben am Wasser. Spätestens, wenn Sie unter der bei Malern beliebten Stahlkonstruktion der 6 Könneritzbrücke hindurchgefahren sind, ist es Zeit für eine längere Pause: Das Restaurant 7 Weiße Elster (ab 12 Uhr, Mo geschl. | €) hat eine eigene Anlegestelle und eine Terrasse über dem Wasser. Da Sie jetzt wieder Puste haben, paddeln Sie noch weiter Richtung Palmengartenwehr und durch das Elsterflutbett bis zum 8 Rennbahnsteg an der Galopprennbahn Scheibenholz. Zurück müssen Sie aber in jedem Fall, denn durch die Wehre ist kein Rundkurs möglich. Wenn Sie das Boot beim 9 Bootsverleih Herold wieder abgegeben haben, fahren Sie mit der Straßenbahn zurück zum 1 Wilhelm-Leuschner-Platz.

 

 

Gohlis – Villen, Schlösschen und Schiller

„Wem’s zu wohl is’, der geht nach Gohlis“: Das alte Sprichwort gilt auch heute noch, denn Gohlis zählt zu Leipzigs schönsten Wohngegenden. Der Spaziergang vorbei an stilvollen Villen, dem Schillerhaus und dem Gohliser Schlösschen lässt sich gut mit einem Abstecher ins grüne Rosental verbinden.

START: Hauptbahnhof
ZIEL: Hauptbahnhof
Strecke: 9 km
Kosten: ca. 20 Euro für Eintrittsgelder und Kaffeepausen (ohne Mittagessen)
Mitnehmen: Essen & Trinken für Picknick im Rosental

Mit der Straßenbahnlinie 12 geht es vom 1 Hauptbahnhof Richtung Gohlis-Nord. An der 2 Haltestelle Fritz-Seger-Straße beginnt der Spaziergang. Biegen Sie links in die Menckestraße ein, und werfen Sie einen Blick auf die ehemalige Hauptstraße des Dorfes Gohlis. Links liegt die 3 Gosenschenke „Ohne Bedenken“, ein Urgestein unter den Leipziger Gasthäusern mit typisch sächsischem Flair. Für eine Einkehr ist es aber noch etwas früh. Vom Reichtum der Gründerzeit erzählen die Häuser links und rechts vom Grünstreifen (früher Dorfanger), die 1890–1910 entstanden. Ein besonderes Prachtstück ist das Haus Nr. 19 im Jugendstil, von Alfons Berger für eine wohlhabende Fabrikantentochter gebaut. Das 4 Gohliser Schlösschen (Führung meist So 11, im Sommer auch Mi 15 Uhr | 5 Euro Uhr | Menckestr. 23 | www.gohliser-schloss.de) ist nur wenige Schritte entfernt. Der Kaufmann und Ratsherr Johann Caspar Richter baute sich 1756 den feudalen Landsitz.

Zum Barockgarten kommt man über Schlösschen- und Poetenweg. Stärken Sie sich im Restaurant Gohliser Schlösschen (Mo–Sa ab 11, So ab 10 Uhr) mit einem Stück Baumkuchen, bevor Sie über den Schlösschenweg einen Abstecher ins 5 Rosental machen. Nutzen Sie die große Wiese im Landschaftspark für ein Picknick. Östlich grenzt das 6 Zooschaufenster an. Ohne Eintritt zahlen zu müssen, haben Sie hier freie Sicht auf die Kiwara-Savanne, in der sich Zebras, Giraffen und Strauße tummeln. Werfen Sie auf dem Rückweg einen Blick auf die 7 Villa Ida auf der linken Seite des Schlösschenwegs. In dem Mediencampus finden oft öffentliche Veranstaltungen statt. Am Ende der Menckestraße wartet noch ein kleines Juwel, das 8 Schillerhaus (April–Okt. Di–So 10–17, Nov.–März Mi–So 10–16 Uhr | Eintritt 3 Euro | Menckestr. 42). Dort verbrachte der Dichter den Sommer 1785 und schrieb nach Leipziger Lesart die „Ode an die Freude“. Die Ausstellung entfaltet ihre Wirkung durch die Atmosphäre des Bauernhauses von 1717 – dem ältesten erhaltenen Haus in Gohlis –, in dem der Dichter eine Stube im Obergeschoss bewohnte. Werfen Sie nebenan bei Steinbach Keramik noch einen Blick auf die bezaubernden Arbeiten von Annemarie Steinbach, bevor die Linie 4 Sie wieder zurück zum 1 Hauptbahnhof bringt.

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